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MFA-Mangel: Warum Ihre Praxis-Website das wichtigste Recruiting-Tool ist

Arztpraxen · · Lukas Osburg · 7 Min. Lesezeit

87 Prozent der Praxen sagen, MFA zu finden wird immer schwerer. Über 50 Prozent suchen aktuell eine medizinische Fachangestellte. Und 9 Prozent suchen bereits länger als ein Jahr. Die Zahlen der KV Berlin und des HNO-Berufsverbands zeigen ein Bild, das die meisten Praxisinhaber längst aus dem Alltag kennen: Das Wartezimmer ist voll. Das Bewerbungspostfach ist leer.

Doch wo genau fällt die Entscheidung einer Bewerberin? Nicht im Wartezimmer, nicht am Telefon und meistens auch nicht auf einer Jobbörse. Sondern auf Ihrer Website – noch bevor sie Ihnen je gegenübersitzt.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, warum Ihre Praxis-Website das wirksamste Recruiting-Instrument ist, das Sie haben, was der Wettbewerb in der Region versäumt und welche fünf Maßnahmen sofort wirken.

Der Personalmangel kostet Behandlungsumsatz

MFA und ZFA stehen bei der Bundesagentur für Arbeit ganz oben auf der Engpassliste. Die Folgen sind messbar.

67 %

der Praxen bieten weniger Untersuchungen an, wenn eine Stelle offen bleibt

48 %

melden längere Wartezeiten durch offene MFA-Stellen

32 %

der Inhaber denken über eine Praxisschließung nach

Quellen: KV Berlin, Umfrage unter 824 Praxen, 2023. HNO-Berufsverband, Umfrage unter 790 Praxen, Juni 2024.

Die Bewerberin sieht Ihre Website, bevor sie Sie sieht

Eine Befragung von softgarden unter 1.624 Bewerbern zeigt: 69 Prozent recherchieren den Arbeitgeber über Karriereseiten, 68 Prozent über Jobbörsen, 54 Prozent über Google und 25 Prozent über Bewertungsplattformen. Die Website ist damit der wichtigste Kanal für den ersten Eindruck als Arbeitgeber.

Und hier wird es konkret: 28 Prozent der Bewerberinnen bewerben sich gar nicht bei einem Arbeitgeber ohne Karrierebereich. 42 Prozent nennen fehlende Transparenz als Grund, eine Bewerbung nicht abzuschicken. Das heißt: Wer keine Karriereseite hat, verliert fast ein Drittel aller potenziellen Bewerber, bevor sie überhaupt den Lebenslauf heraussuchen.

Was eine Bewerberin auf einer Praxis-Website sucht

Versetzen Sie sich in die Lage einer MFA, die überlegt, ihre aktuelle Praxis zu verlassen. Sie googelt Praxen in der Nähe, öffnet die Website und sucht nach drei Dingen:

Erstens: Wer arbeitet dort? Gibt es Teamfotos, Namen, Gesichter? Oder nur ein Stockfoto und einen Satz über „unser motiviertes Team“?

Zweitens: Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Arbeitszeiten, Fortbildungsmöglichkeiten, Arbeitszeitmodelle. Informationen, die im Bewerbungsgespräch oft zu spät kommen.

Drittens: Wie bewerbe ich mich? Eine E-Mail-Adresse im Impressum zählt nicht. Ein Formular, das vom Handy funktioniert und drei Felder hat, zählt.

Befund aus dem Bergischen Land: 242 Praxen geprüft

Ich habe im August 2026 alle 242 niedergelassenen Praxen in Wuppertal, Solingen und Remscheid einzeln geprüft. Das Ergebnis zeigt, wie groß die Chance für jede einzelne Praxis ist.

171

von 242 Praxen haben keinen Karrierebereich auf ihrer Website

54

Praxen haben überhaupt keine eigene Website

40

suchen sichtbar Personal, ohne eine Stellenseite dafür zu haben

Das bedeutet: Wer jetzt einen Karrierebereich auf seiner Website einrichtet, gehört automatisch zu den wenigen Praxen, die für Bewerberinnen überhaupt sichtbar sind. Der Wettbewerb um Patienten ist maximal. Der Wettbewerb um eine gute Online-Präsenz als Arbeitgeber ist es nicht.

Quelle: Eigene Auswertung von 242 Praxen in Wuppertal, Solingen und Remscheid, August 2026. Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse.

Fünf Maßnahmen, die sofort wirken

Sie müssen nicht alles auf einmal machen. Aber jede dieser fünf Maßnahmen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine qualifizierte MFA sich bei Ihnen bewirbt statt bei der Praxis nebenan.

1. Karrierebereich einrichten — maximal zwei Klicks von der Startseite

Kein versteckter Link im Footer, sondern ein eigener Menüpunkt. Dort steht, was Ihre Praxis als Arbeitgeber ausmacht: Arbeitszeiten, Fortbildungsmöglichkeiten, Benefits, Teamfotos. Je konkreter, desto besser. „Wir sind ein nettes Team“ sagt nichts. „Vier-Tage-Woche möglich, regelmäßige Fortbildung in Akupunktur, Zuschuss zum Deutschlandticket“ sagt alles.

2. Bewerbungsformular statt E-Mail-Adresse

Eine Bewerberin, die abends auf dem Sofa Ihre Website öffnet, wird keinen Lebenslauf an eine info@-Adresse schicken. Ein Formular mit drei Feldern – Name, Telefonnummer, kurze Nachricht – senkt die Hürde auf ein Minimum. Das Anschreiben kommt später. Erst muss der Kontakt stehen.

3. Team zeigen — mit echten Fotos

Stockfotos von lächelnden Menschen in weißen Kitteln erkennt jeder. Echte Teamfotos, am besten mit Namen und einer kurzen Vorstellung, schaffen Vertrauen. Eine Bewerberin will wissen, mit wem sie arbeitet, nicht wie Ihre Agentur sich Teamarbeit vorstellt.

4. Online-Terminbuchung als Arbeitgeberargument

Eine Online-Terminbuchung entlastet den Empfang. Und genau das ist ein Argument im Bewerbungsgespräch. Eine MFA, die weiß, dass die Praxis digitalisiert arbeitet, erwartet weniger Chaos am Montagmorgen. Gleichzeitig zeigt es Patienten, dass Ihre Praxis modern aufgestellt ist.

5. Google-Bewertungen aktiv managen

Bewerberinnen lesen nicht nur Ihre Website, sondern auch Ihre Google-Bewertungen. Besonders die negativen. Antworten Sie auf jede Bewertung, positiv wie negativ. Professionelle, freundliche Antworten zeigen, wie Ihre Praxis mit Menschen umgeht – ein Signal, das für potenzielle Mitarbeiter genauso gilt wie für Patienten.

Fazit: Der Wettbewerb ist woanders

Der Kampf um Patienten ist in den meisten Praxen entschieden – die Wartelisten sind lang. Der Kampf um Fachkräfte dagegen hat gerade erst begonnen, und er wird auf Ihrer Website entschieden. Wer jetzt einen professionellen Karrierebereich einrichtet und die Bewerbung so einfach wie möglich macht, hat einen Vorsprung, den die meisten Praxen in der Region noch nicht eingeholt haben.

Wer eine Praxis verlässt, geht zu 40 Prozent in eine andere Praxis und zu 34 Prozent in ein Krankenhaus. Ihre Konkurrenz ist die Praxis zwei Straßen weiter und die Klinik. Die Frage ist nur: Wer von Ihnen ist online besser sichtbar?

Kostenloser Praxis-Check

Ich prüfe Ihre Praxis-Website anhand von fünf Punkten und bringe Ihnen den Befund schriftlich mit. 20 Minuten, vor jedem Angebot, ohne Kosten.

Mehr erfahren: Webdesign für Arztpraxen

Quellen: KV Berlin, Umfrage unter 824 Praxen, 2023. HNO-Berufsverband, Umfrage unter 790 Praxen, 2024. softgarden, Karriereseiten-Befragung unter 1.624 Bewerbern. Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse. Eigene Auswertung, August 2026.

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